Die Geschichte des Flugplatz MerseburgIm Jahr 1934 begann der Bau des Flugplatzes im Nordwesten von Mersebung. Er war für den Objektschutz der Leuna-Werke, der Chemieanlagen bei Böhlen und der sich in Aufbau befindlichen BUNA-Werke vorgesehen. Den Bau der 5 Flugzeughallen übernahm die Firma Phillipp Holzmann Neu Isenburg. Reichsluftfahrtminister Hermann Göring weihte den Flugplatz im Oktober 1935 ein. Die Entstehung weiterer Flugplätze in unmittelbarer Umgebung führte 1939 zur Verpachtung eines Teils des Flugplatzes an die Junkers-Werke in Dessau. Die Junkers-Stamm-Werke führten den Merseburger Flugplatz als Außenbaustelle.

Geschichte Flugplatz Merseburg - FlugzeugmodelleDer Prototyp des Großraumseglers Ju-322 Mammut wurde in Merseburg gebaut und erprobt. Vom Bau der 60 geplanten Flugzeuge sah man jedoch ab, weil die Flugeigenschaften unzureichend waren. Einen großen Anteil am Neu- und Umbau von Militärflugzeugen auf dem Flugplatz in Merseburg waren die Typen Ju-88, Ju-188 und Ju-388.

Im April 1945 (bei Kriegsende) befanden sich noch etwa 60 Mistelgespanne auf dem Merseburger Flugplatz. Die Mistelgespanne bestanden jeweils aus einer Ju-88, die als Flügelbombe fungierte, und dem Jagdeinsitzer Me-109 oder Fw-190. Diese war als Huckepack auf dem Rumpf der Ju-88 trennbar montiert. Die letzte noch vorhandene Ju-388L-1 stammt aus Merseburg. Sie wurde nach dem Abzug der alliierten Streitkräfte in die USA gebracht und ist heute für das National Air and Space Museum in Silver Hill/Maryland eingelagert.

Geschichte Flugplatz Merseburg - MIG 21Im Sommer 1945 übernahmen die sowjetischen Streitkräfte den Merseburger Flugplatz. Bis 1991 waren dort folgende Flugzeugtypen stationiert:
Mig-15, Mig-17, Mig-21, Mig-23, Mig-25, Mig-29,
Jak-12,
An-2, An-8, An-10, An-12, An-14 und
der Hubschrauber Mi-8.

Beim Abzug der sowjetischen Luftstreitkräfte (GSSD) kamen in Merseburg die Großraumtransportflugzeuge IL-76 und An-22 zum Einsatz.

Geschichte Flugplatz Merseburg - EDAMSeit 1992 wird ein Teil des ehemaligen Militäflugplatzes vom Luftfahrt- und Technik-Museumspark Merseburg, Merseburger Luftsportverein e. V., Flugsportverein "Rudolf Oeltzschner" Merseburg e. V., Modellflugklub Merseburg e. V. und zwei Fallschirmsprungvereinen genutzt.

 


1934
Nach der Enteignung von Grund u. Boden und Zahlung von 1,9 Millionen Reichsmark an die ehemaligen Eigentümer, baute die Fa. Philipp Holzmann im Auftrag d. Reichsluftfahrtministeriums den Flugplatz.
1935
Reichsluftfahrtminister Hermann Göring nahm die Einweihung vor. Zwischen 1935-1939 wurden die Piloten für die Legion Condor ausgebildet. Nach Beendigung des spanischen Bürgerkrieges haben diese Piloten, die Kampferfahrungen gesammelt hatten, in Merseburg junge Piloten ausgebildet. Es wurden in Merseburg auch junge Piloten auf dem Flugmuster Me-163 als Segler ausgebildet
1939
Alle verfügbaren Tischler u. Zimmerleute der Region wurden nach Merseburg zum Flugplatz zwangsverpflichtet.
1940
Vom Technischen Amt des Reichsluftfahrtministeriums wurde ein Entwicklungsauftrag an die Junkers-Werke erteilt, einen Großraumlastensegler zu konstruieren. Daraufhin wurden in Merseburg von den Junkers-Werken 3 Flugzeughallen (unsere jetzige Flugzeughalle und 2 weitere Hallen [nicht mehr vorhanden, sie standen rechts und links von unserer]) sowie 3 Kasernenblocks zur Unterbringung der Mitarbeiter der Junkers-werke vom Reichsluftfahrtministerium gepachtet. Merseburg wurde als Außenbaustelle der Junkers-Werke Dessau geführt. Es wurden in Merseburg zunächst ausschließlich die Entwicklung von neuen Flugzeugtypen durchgeführt.
1941
Der Erstflug des Großraumlastenseglers mit mindestens 20 t Nutzlast, die "Mammut" Ju-322 X, wurde am 3.12.1941 durchgeführt. Die Piloten waren die Flugkapitäne Peter Hesselbach und Konrad Perrntaler (Schleppmaschine Ju-90 Z-3 KB+LA, Werksnummer 0002). Weil die gewünschten Erfolge durch mehrere Trainingsflüge ausblieben, wurde das programm "Warschau Ost" eingestellt. Ab 1940 wurden die 3 Flugzeughallen als Außenbaustelle Junkers Dessau geführt. In Merseburg wurden u. a. auch die Ju-52 zum Transporter mit Gefechtsstand umgerüstet, sowie die Ju-52 (Mausi) zum Mienensucher auf See. In Merseburg wurde die Ju-88 bis Ju-388er Serie entwickelt und zum Teil gebaut. Auch wurde die Horten-Goda Rumpfflügler, mit 004 Triebwerken ausgerüstet. Die Mistelgespanne wurden in Merseburg entwickelt und teilweise auch gebaut. Ju-88 diente fliegende Bombe mit Aufschlagzünder ME 109, sowie FW 190 als Führungsflugzeug oben auf. Zum Schluß wurde ein X Flugzeug 422, Nurflügler mit 6 Junkerstriebwerken Jumo 004 entwickelt und gebaut, das jedoch durch einen Bombenangriff auf den Flugplatz Köthen kurz vor Kriegsende zerstört wurde.
Nach dem Abzug der Allierten Streitkräfte (sie hatten im April 1945 den Flugplatz eingenommen) übernahmen im Sommer 1945 allein die sowjetischen Streitkräfte den Merseburger Flugplatz. Er war der größte sowjetische Flugplatz in der DDR ( 560 ha ). Hier war die 6. Rotbanner-Garde-Jagdflieger-Division der sowjtischen Luftwaffe stationiert, wobei es sich um eine schnelle Eingreiftruppe handelte, bei der nur die Elite der Piloten geflogen ist.
bis 1991
waren hier einige Generationen von MiG-Jagdflugzeugen stationiert.
seit 1994
wird ein Teil des ehemaligen Militärflugplatzes durch verschiedene Flugsportvereine genutzt