In den 50-er Jahren gab es in der DDR kriegsbedingt eine Reihe von Flugzeug-Werken mit einer großen Anzahl von Beschäftigten. Durch die Sowjetunion wurde die Umnutzung der Kriegsproduktion auf zivile Güter gefördert und es wurden Konstruktionspläne quasi als Lizenzen vergeben. Aus dieser "Gestattungsproduktion" heraus, konnten die neugegründeten VEB Flugzeugwerke Dresden mit russischer Hilfe ca. 80 Stck der russischen Flugzeugbaureihe IL-14 als veränderte Version IL-14 P bauen. Diese Version ist verlängert und mit anderen Baugruppen hergestellt als die russischen IL-14, welche unter Ausnutzung der Erfahrung ehemaliger Junkers-Konstruktuere in der UdSSR entstanden.

Die Dresdner Flugzeuge wurden auch vorrangig in die Länder des damals neugegründeten Wirtschaftsverbundes RGW exportiert. Unser Exponat wurde gleich nach der Herstellung in die damalige "Volksrepublik Polen" geliefert. Dort diente die als Frachtmaschine produzierte IL-14 als Transportmittel für Obst, Gemüse und Südfrüchte, bis sie von der Polnischen Armee als Aufklärer zur Beobachtung eingesetzt wurde. Nach den letzten Einsätzen in den späten 80-er Jahren wurde die IL-14 abgestellt und als Cafe am Rande eines Flugplatzes genutzt, bis der Förderverein sie als Exponat per Straßentransport nach Merseburg bewegen konnte. Hier haben wir sie in großen Teilen schon museal aufgearbeitet, so daß der Besucher nicht nur einen Eindruck von Außen erhält, sondern auch einen Blick in die freigelegten technischen Bereiche im Inneren, sowie auf die Triebwerke und ins Cockpit werfen kann.