Baunummer 10903 Kennung DDR- SEC

Die Geschichte der IL 62Unsere Iljuschin IL- 62 wurde am 8. April 1971 bei der „Interflug der DDR in den Dienst gestellt. Sie flog bis 1988 im internationalen Flugverkehr.

1998 erhielten wir die Information, dass eine IL- 62 in Groß Machnow steht und zum Verkauf angeboten wird. Zu diesem Zeitpunkt konnte uns niemand über die Besitzverhältnisse Auskunft geben. 1999 erfuhren wir, dass das Flugzeug der Bayrischen Hypo- und Vereinsbank gehört. Die Preisvorstellungen beliefen sich auf 500 – 600 Tausend DM. Für uns als Museum nicht realisierbar.

Im Jahr 2001 wurde das Grundstück auf dem die IL- 62 stand von der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin- Neukölln an das Land Brandenburg verkauft. Es sollte eine Umgehungsstraße gebaut werden.

Den Planern und Eigentümern stand sie nun im Wege und wir konnten uns wieder ins Gespräch bringen. Im Mai 2003 konnten wir das Flugzeug auf eigene Kosten demontieren und nach Merseburg verbringen.

Die Geschichte der IL 62Bei genauerer Besichtigung bot sich uns ein trauriger Anblick. Bei mehreren Einbrüchen wurde der Boden der Gangway demontiert, die gesamte Elektronik gestohlen, große Teile der Klimaanlage ausgebaut und die Kühlanlage stark beschädigt.

Nach Anfrage bei den Iljuschin- Werken wurde uns gegen Bezahlung ein Ingenieur zur Verfügung gestellt, der genaue Angaben über die Demontage machen konnte und uns tatkräftig unterstützte. Unter Leitung dieses Ingenieurs und Mitgliedern des Museumsvereins wurde die IL- 62 gemeinsam mit sechs Arbeitskräften die uns das Arbeitsamt Merseburg zur Verfügung gestellt hat die IL- 62 demontiert. Es wurden in Wunsdorf Unterkünfte bezogen, so dass von Montag bis Freitag zügig gearbeitet werden konnte. Trotzdem dauerte es fünf Wochen um die Maschine für den weiteren Transport zu zerlegen. Fast täglich wurden kleiner Teile im LKW Transport nach Merseburg gefahren. Großteile wurden durch die Firma „Westfracht“ mit 11 Sondertransporten auf die Reise nach Merseburg geschickt. Beim letzten Transport fuhren 7 Spezialtransporter in Kolonne nach Merseburg.

Die Geschichte der IL 62Der Rumpf wurde nach Kürzung von 14 m nach Königswusterhausen transportiert und auf ein polnisches Schleppschiff verladen. Für diese Aufgabe wurden zwei 100 Tonnenkräne benötigt. Das Schleppschiff fuhr über die Berliner Seen zum Teltowkanal. Von dort weiter zur Havel, dann den Elbe Havelkanal zur Elbe. Über die Saale kommend erfolgte in Halle/Trotha der gleiche Aufwand für die Entladung. Nachts, zwischen zwei und fünf Uhr wurde dann unser Spezialtransport über Halle- Neustadt nach Merseburg geleitet. Dazu waren wir auf die Unterstützung der Polizei, Energieunternehmen und andere Helfer angewiesen. Für die Montage der einzelnen Segmente und vieler tausender Teile benötigten wir 12 Wochen um die Iljuschin in den Zustand zu versetzen in dem es sich heute befindet. Bis zum heutigen Tage muss immer wieder Zeit und Kraft investiert werden um den Zustand der IL- 62 auf hohem Niveau zu halten.

Die Geschichte der IL 62Es sei gestattet, uns für die tatkräftige Unterstützung zu bedanken. Besonders bei den Verantwortlichen des Arbeitsamtes Merseburg, dem Eigenbetrieb für Arbeit, Westfracht, den beteiligten Institutionen des Saalekreises sowie den Mitgliedern unseres Museumsvereins. Besonderer Dank gilt Herrn Dieter Schönau für die gesamte Planung und Organisation.

Heute kann man über das Raddison Hotel in Merseburg das Flugzeug für besondere Anlässe buchen.